Gold, der Langläufer

Gold ist wieder zurück mit einer Preisentwicklung, die am Anfang 2017 sich kaum ein Investor ausmalen konnte.

Nordkorea ist ein Teil der Kette, die Goldpreise antreibt. Bis vor einigen Tagen war die Angst vor der Nordkorea-Krise eher in den Kryprowährungen sichtbar also auch in Bitcoin. Erst als die chinesische Regierung die Regulierung der Kryprowährungen wesentlich verschärft hat und diese Regulierung unnachgiebig vorantreiben will, reagierte der Goldpreis besonders stark. Die Investoren, die sich in die digitalen Währungen geflüchtet haben, haben nun auch einen Teil in Gold investiert.

Krisen scheinen sich in sehr ähnlichen Bahnen abzuspielen, wie in der Vergangenheit. In der ersten Linie sind es die Staatsanleihen, die stark profitieren, gefolgt von einigen Währungen und schließlich ist es Gold als vermeintliche Werterhaltung. Gold kann nur krisentauglich sein, wenn der Investor auch tatsächlich Zugriff auf das Gold hat. In einer nachhaltigen langfristigen Krise kann es jedoch schwierig sein auf die physischen Goldbestände zuzugreifen, fall die Investition nur in entsprechend verbriefte Produkte erfolgte.

In den letzten 6 Jahren korrigierte der Goldpreis als seine fundamentale Tendenz schwer belastet wurde. Es ist eigentlich unmöglich den Wert von Gold zu ermitteln als es nur sehr wenige wirtschaftlich relevante Verwendungen findet. Es ist eher mit Emotionen behaftet. In vielen Fällen ist es die globale Produktion versus die kurz bis mittelfristige Nachfrage, die die Preise bestimmen. Falls die Wirtschaft schwächelt, die Nordkorea-Krise sich ausweitet und vielleicht sogar die Inflation zum Zuge kommt, dann kann der Goldpreis auch sehr wesentlich durch diese Stresssituation getrieben werden.

Die Goldproduzenten haben in den letzten 6 Jahren seit dem Preishochpunkt in 2011 ihre Geschäftsmodelle überdacht und angepasst. Die Produktion ist effizienter geworden und auch die Projektentwicklung wurde stärker an die langfristige Preisentwicklung angepasst.

 

Die Nachfrage aus Indien und China spielt immer eine wichtige Rolle. Jedoch die Regularien in Indien und die Substitution durch Kryptowährungen in China haben diese Verbindung geschwächt. Die globale Nachfrage besonders zu Investitions- und Absicherungszwecken mittels geeigneter Instrumente, wie ETPs, hat die Nachfrage langfristig stabilisiert. Gold dürfte bis Ende des Jahres durch die unterschiedlichen Faktoren unterstützt werden. Dazu zählen Inflationserwartungen, Nordkorea-Krise, Wahlen in Europa und die Verschuldung bzw. Schuldenobergrenze in den USA als auch die Regularien bei den Kryptowährungen.

Gold-Preise seit 1.1.2008 in Vergleich zu DAX und MSCI World in Euro

Gold 2017-09 seit 2008

Quelle: Bloomberg

Gold als langfristige Absicherung kann schwer in Zeiträumen von einem Jahr gesehen werden. Seit 2000 liegt Gold weit vorne vor den MSCI World in Euro. Das gleich gilt für den Zeitraum von Anfang 2008 als die Finanzkrise angefangen hat. Die Zeit zwischen den Scheitelpunkt des Goldpreises in 2011 und Ende 2013 war eine sehr schwierige Zeit für das Gold. Jedoch bereits sein Anfang 2014 lässt sich die Performance im Vergleich zum DAX und den deutschen Renten (REXP) sehen.

Gold-Preis 5 Jahre im Vergleich zu DAX und MSCI World in Euro

Gold 2017-09 5y

Quelle: Bloomberg